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Das Zentrum für Krebsforschung trauert um Michael Micksche

Ehemaliger Leiter des Instituts für Krebsforschung verstorben

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Dr. Michael Micksche, einer Persönlichkeit, die das Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien über viele Jahre hinweg nicht nur fachlich, sondern auch menschlich geprägt und geleitet hat.

Prof. Micksche war ein enthusiastischer Mediziner und Krebsforscher. Seit 1994 war er Universitätsprofessor für Angewandte und Experimentelle Onkologie an der Medizinischen Universität Wien und spielte eine zentrale Rolle bei der Gründung der Krebshilfe Wien, die er bis 2025 mit großem persönlichem Einsatz leitete. Er war Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und als einer der ersten führte er Studien zum Versagen des Immunsystems durch, insbesondere beim Melanom, dem schwarzen Hautkrebs. Die Überzeugung, dass eine Immuntherapie gegen Krebs möglich sein müsse, hat er während seines gesamten Forscherlebens nie verloren. Der heutige große Erfolg dieser Therapie – gerade auch beim Melanom – war für ihn eine besondere Genugtuung und eine eindrucksvolle Bestätigung seiner jahrzehntelangen wissenschaftlichen Arbeit.

Über viele Jahre hinweg war Prof. Micksche eine prägende Persönlichkeit der Medizinischen Universität Wien und insbesondere des Instituts für Krebsforschung, das er von 2004 bis 2010 mit großem Engagement und persönlicher Verbundenheit leitete. Gemeinsam mit Prof. Zielinski und Prof. Jäger rief er im Jahr 2005 die Initiative Krebsforschung ins Leben. Mit ihrem jährlichen Krebsforschungslauf entwickelte sich diese Initiative im Laufe der Jahre zu einem der bedeutendsten und geschätztesten Treffpunkte für zahlreiche Unterstützer:innen der Krebsforschung. Dank der Erlöse des Krebsforschungslaufs konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Forschungsprojekte junger Wissenschaftler:innen gefördert werden.

Für viele von uns war Prof. Micksche weit mehr als ein Institutsleiter: Er war Kollege, Lehrer und Mentor, der sein Wissen mit Großzügigkeit teilte und dessen Tür stets offenstand. Sein Interesse an Menschen – an Studierenden ebenso wie an Kolleginnen und Kollegen – war aufrichtig und spürbar. Menschlichkeit, Respekt und Verantwortungsbewusstsein waren für ihn keine Schlagworte, sondern gelebte Haltung im universitären Alltag. Kolleg:innen schätzten ihn als integre, kluge und verlässliche Persönlichkeit, Studierende als inspirierenden Lehrer und Mentor. Wer mit ihm arbeiten durfte, erlebte seine ruhige Art, seine Bescheidenheit, seine Klarheit im Denken und seinen feinen Humor. Sein Einsatz für das Institut für Krebsforschung war stets von Loyalität, Weitblick, persönlichem Engagement sowie wissenschaftlichem und medizinischem Enthusiasmus getragen.

Mit Prof. Dr. Michael Micksche verlieren wir einen geschätzten Kollegen und einen besonderen Menschen, der uns durch seine Haltung, seine Kollegialität und seine Menschlichkeit ein großes Vorbild war. Sein Geist, seine Werte und seine Art des Miteinanders werden an der Medizinischen Universität Wien weiterleben.

Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten seiner Familie und allen, die ihm nahe standen.

Prof. Dr. Michael Micksche wird uns fehlen.


Univ. Prof. Dr. Maria Sibilia und Univ. Prof. Dr. Walter Berger
im Namen aller Mitarbeiter:innen des Zentrums für Krebsforschung